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KI & Automatisierung

Bilder mit KI erstellen: kostenlose Generatoren

05. März 2025 · 6 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Für private Zwecke reichen kostenlose KI-Bildgeneratoren völlig aus, achte aber darauf, keine Fotos echter Personen hochzuladen und die Nutzungsrechte zu prüfen.

Inhalt dieses Artikels
  1. So funktioniert ein KI-Bildgenerator in zwei Minuten erklärt
  2. Die besten kostenlosen Tools im direkten Vergleich
  3. Gute Bild-Prompts schreiben: Aufbau und Beispiele
  4. Typische Fehler: sechs Finger, Text im Bild, Stil trifft nicht
  5. Fotos verbessern und Hintergrund entfernen mit KI
  6. Rechte und Datenschutz: was du mit den Bildern darfst
  7. Wann ein Bezahl-Tool sinnvoll ist

Du tippst „ein Rotkehlchen auf einem verschneiten Ast, gemalt wie ein Aquarell“ in ein leeres Textfeld, wartest ein paar Sekunden und bekommst vier fertige Bilder zurück. So einfach sieht Bildgenerierung inzwischen aus, und für private Zwecke kostet sie nichts. Ich habe dieselbe Bildidee durch mehrere Gratis-Tools geschickt und dabei notiert, wo sie glänzen und wo sie an ihre Grenzen stoßen. Dieser Text zeigt dir die Ergebnisse, gibt dir eine Prompt-Vorlage an die Hand und klärt die Fragen, die reine Tool-Listen gern überspringen: Was darfst du mit den Bildern eigentlich anfangen, und welche Fotos solltest du besser nicht hochladen?

So funktioniert ein KI-Bildgenerator in zwei Minuten erklärt

Ein KI-Bildgenerator hat kein Archiv fertiger Bilder, aus dem er das passende heraussucht. Stattdessen wurde das Modell mit riesigen Mengen an Bildern trainiert, die jeweils eine Textbeschreibung hatten. Dabei hat es gelernt, wie „Aquarell“, „Rotkehlchen“ oder „verschneiter Ast“ typischerweise aussehen. Gibst du einen Prompt ein, startet das Programm mit reinem Bildrauschen und rechnet es Schritt für Schritt in Richtung deiner Beschreibung um, bis ein klares Motiv übrig bleibt.

Wichtig für die Praxis: Jeder Durchlauf beginnt mit einem zufälligen Startwert. Deshalb bekommst du beim selben Prompt jedes Mal andere Bilder. Das ist praktisch, denn wenn dir das erste Ergebnis nicht gefällt, liefert ein zweiter Klick oft schon einen besseren Treffer. Die gleiche Technik der Textbefehle steckt übrigens hinter Chatbots, wie wir sie bei den KI-Sprachmodellen genauer beschreiben.

Die besten kostenlosen Tools im direkten Vergleich

Für den Test habe ich überall dieselbe Vorgabe genutzt: „eine gemütliche Leseecke am Fenster mit warmem Herbstlicht, fotorealistisch“. So lassen sich die Ergebnisse ehrlich vergleichen.

  • Microsoft Image Creator (früher Bing Image Creator, inzwischen in Designer und Copilot integriert, nutzte zuletzt DALL-E 3): versteht auch längere deutsche Beschreibungen erstaunlich gut und trifft die Bildidee meist auf Anhieb. Kostenlos mit einem Microsoft-Konto, pro Tag gibt es eine Portion schneller Generierungen. Für Alltagsbilder mein erster Griff.
  • Adobe Firefly: liefert etwas ruhigere, realistische Bilder und wurde mit lizenziertem Material trainiert, was für gewerbliche Nutzung angenehm ist. Der kostenlose Zugang enthält ein monatliches Guthaben.
  • Ideogram: die klare Empfehlung, wenn Schrift im Bild stehen soll, etwa auf einem Schild oder Plakat. Andere Tools verhaspeln sich dabei häufig.
  • Leonardo.ai: viele Stilvorlagen und Feineinstellungen, dazu ein tägliches Gratis-Kontingent. Gut, wenn du gezielt einen bestimmten Look suchst.
  • Craiyon: läuft ohne Anmeldung und ohne Limit, dafür wirken die Ergebnisse gröber. Zum schnellen Ausprobieren okay, für schöne Bilder eher nicht.

Die kurze Antwort auf die Frage, welcher Generator der beste ist: Es gibt keinen Sieger für alles. Microsoft überzeugt bei fotorealistischen Szenen, Ideogram bei Text im Bild, Firefly bei rechtlicher Sicherheit. Am schnellsten findest du deinen Favoriten, wenn du deine eigene Bildidee einmal durch zwei oder drei dieser Tools schickst.

Gute Bild-Prompts schreiben: Aufbau und Beispiele

Die Qualität hängt fast immer am Prompt. Ein brauchbares Grundgerüst besteht aus fünf Bausteinen: Motiv, Details, Stil, Licht und Perspektive sowie das Format. Ein knapper Prompt wie „ein Hund im Park“ lässt dem Modell zu viel Spielraum. Ergänzt du die Bausteine, wird das Ergebnis vorhersehbarer:

„Ein junger Golden Retriever sitzt auf einer Wiese im Stadtpark, im Hintergrund unscharfe Herbstbäume, weiches Morgenlicht von der Seite, fotorealistisch, Querformat.“

Ein paar Handgriffe helfen zuverlässig:

  • Schreib in ganzen Beschreibungen statt in Stichworten. Neuere Modelle wie DALL-E 3 verstehen deutsche Sätze gut.
  • Nenne den Stil konkret: „Aquarell“, „Bleistiftskizze“ oder „Produktfoto vor weißem Hintergrund“.
  • Gib Licht und Kameraperspektive an, etwa „von oben fotografiert“ oder „Gegenlicht bei Sonnenuntergang“.
  • Sag, was du ausschließen willst, wenn das Tool ein Feld für negative Vorgaben hat, zum Beispiel „keine Menschen im Bild“.

Wenn ein Ergebnis fast passt, ändere nur eine Sache pro Versuch. So erkennst du, welches Wort welchen Effekt hatte.

Typische Fehler: sechs Finger, Text im Bild, Stil trifft nicht

Drei Pannen begegnen dir am Anfang besonders oft. Hände sind der Klassiker: Plötzlich hat eine Person sechs Finger oder zwei linke Hände. Das liegt daran, dass Hände sehr variabel aussehen und das Modell die Regeln dafür schlecht gelernt hat. Der pragmatische Umgang: Motive so wählen, dass Hände klein oder verdeckt sind, oder das Bild einfach neu berechnen lassen, bis es passt.

Text im Bild ist die zweite Hürde. Buchstaben geraten oft zu Fantasiezeichen. Ist die Schrift wichtig, greif zu Ideogram oder setz den Text hinterher mit einem Bildbearbeitungsprogramm ein.

Der dritte Fehler ist unauffälliger: Der Stil trifft deine Vorstellung nicht. Meist steckt ein zu vager Prompt dahinter. Wirkt ein Bild kitschig, fehlt vielleicht die Angabe „dezente Farben, natürliches Licht“. Wirkt es flach, ergänze eine Perspektive oder etwas Tiefenschärfe. Kleine, gezielte Zusätze bringen mehr als ein komplett neuer Prompt.

Fotos verbessern und Hintergrund entfernen mit KI

KI hilft nicht nur beim Erfinden von Bildern, sondern auch beim Aufräumen vorhandener. Aus einem eigenen Foto lässt sich per KI der Hintergrund freistellen, die Auflösung hochrechnen oder ein Störer wegretuschieren.

Fürs Freistellen reicht oft ein kostenloses Werkzeug wie remove.bg, das den Hintergrund automatisch entfernt. Etwas mehr Kontrolle bietet der Browser-Editor Photopea, der wie ein abgespecktes Photoshop funktioniert und nichts kostet. Weitere solche Gratis-Programme sammeln wir in der Übersicht zu kostenlosen Software-Alternativen.

Ein Hinweis vorab, auf den wir im nächsten Abschnitt zurückkommen: Sobald du ein Foto mit echten Personen hochlädst, verlässt es deinen Rechner und landet auf fremden Servern. Bei privaten Schnappschüssen mit erkennbaren Gesichtern ist das ein guter Moment, kurz innezuhalten.

Rechte und Datenschutz: was du mit den Bildern darfst

Hier wird es wichtig, denn genau diese Fragen fehlen in den meisten Tool-Listen. Zum Urheberrecht gilt: Ein rein von der KI erzeugtes Bild ohne eigene schöpferische Leistung ist nach deutschem Recht in aller Regel nicht urheberrechtlich geschützt, weil es keinen menschlichen Urheber im Sinne des Urheberrechtsgesetzes gibt. Praktisch heißt das: Du kannst dein KI-Bild verwenden, besitzt daran aber keine exklusiven Rechte, andere dürfen ein ähnliches Ergebnis erzeugen.

Ob du das Bild kommerziell nutzen darfst, regeln die Nutzungsbedingungen des jeweiligen Tools, und die unterscheiden sich stark. Manche Gratis-Angebote erlauben nur private Verwendung, andere auch geschäftliche. Lies vor dem ersten bezahlten Auftrag die Bedingungen deines Tools, statt dich auf ein Bauchgefühl zu verlassen.

Beim Datenschutz sind zwei Dinge heikel. Erstens: Lade keine Fotos von echten, erkennbaren Personen hoch, schon gar nicht von anderen. Das Recht am eigenen Bild schützt Abgebildete (geregelt im Kunsturhebergesetz, §22), und zusätzlich gibst du personenbezogene Daten an einen Anbieter weiter. Zweitens: Erzeuge keine Bilder bekannter Persönlichkeiten oder geschützter Marken und Logos, damit landest du schnell im rechtlichen Graubereich. Eine gut verständliche, neutrale Anlaufstelle für solche Fragen ist die Verbraucherzentrale.

Wann ein Bezahl-Tool sinnvoll ist

Für private Zwecke, Einladungen, Bastelprojekte oder ein Vereinsplakat reichen die kostenlosen Generatoren locker aus. Über einen Bezahltarif lohnt sich das Nachdenken erst, wenn mehrere Punkte zusammenkommen:

  • Du erzeugst viele Bilder und die täglichen Gratis-Kontingente bremsen dich aus.
  • Du brauchst hohe Auflösungen ohne Wasserzeichen für den Druck.
  • Du willst saubere Bedingungen für die gewerbliche Nutzung, wie sie etwa Adobe Firefly in den Bezahltarifen bietet.

Bekannte kostenpflichtige Dienste sind unter anderem Midjourney, das inzwischen kein echtes Gratis-Angebot mehr hat, sowie die Bezahltarife von Adobe Firefly oder der Bildgenerator in ChatGPT Plus. Nutzt du KI ohnehin regelmäßig für Texte und Bilder, kann sich ein solches Abo rechnen. Wie du dir wiederkehrende Handgriffe am Rechner generell erleichterst, zeigen wir im Artikel zur Automatisierung im Alltag.

Fang am besten klein an: Nimm dir eine konkrete Bildidee, jag sie durch zwei Gratis-Tools und schau, welches Ergebnis dich überzeugt. Erst wenn du an eine echte Grenze stößt, ist ein Bezahltarif die nächste Stufe.

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