KI-Sprachmodelle: was ChatGPT & Co. können
Kurz gesagt
KI-Sprachmodelle sind Textwerkzeuge, die dir bei Alltagsaufgaben helfen, aber sie können sich irren, deshalb prüfst du wichtige Antworten immer nach.
Kurz gesagt
KI-Sprachmodelle sind Textwerkzeuge, die dir bei Alltagsaufgaben helfen, aber sie können sich irren, deshalb prüfst du wichtige Antworten immer nach.
KI-generiert
Du tippst eine Frage in ein leeres Textfeld, drückst Enter, und nach zwei, drei Sekunden steht dort ein vollständiger Absatz als Antwort. Genau das ist der Moment, in dem viele zum ersten Mal ahnen, was so ein KI-Sprachmodell im Alltag leisten kann. Dieser Ratgeber zeigt dir, wie du KI-Sprachmodelle nutzen kannst, ohne dich zu verzetteln, von der ersten Frage bis zu einer Antwort, der du wirklich trauen kannst, und er sagt dir ehrlich, wo die Grenzen liegen.
Ein Sprachmodell ist ein Programm, das aus riesigen Mengen an Text gelernt hat, das jeweils wahrscheinlichste nächste Wort vorherzusagen, und daraus flüssige, meist sinnvolle Sätze baut.
Der Fachbegriff dafür ist LLM, kurz für Large Language Model, also großes Sprachmodell. Wichtig ist der feine Unterschied zu einer Datenbank oder einer Suchmaschine: Das Modell schlägt nichts nach und speichert keine festen Fakten. Es schätzt, welche Wörter gut zusammenpassen, ähnlich wie die Wortvorschläge auf deinem Smartphone, nur sehr viel leistungsfähiger. Das erklärt beides an diesen Werkzeugen: warum sie erstaunlich menschlich klingen und warum sie sich mit voller Überzeugung irren können.
Vier Namen tauchen immer wieder auf. Alle vier verstehen Deutsch, alle vier haben eine kostenlose Version, und im Alltag fühlen sie sich ähnlich an. Die Unterschiede liegen im Detail und darin, welche Programme du sowieso schon nutzt.
Für den Anfang musst du dich nicht festlegen. Nimm eines davon, probiere es ein paar Tage, und wechsle bei Bedarf. Die Bedienung ist überall ein Textfeld, in das du deine Frage schreibst.
Der Einstieg dauert keine fünf Minuten. Du öffnest die Webseite des gewählten Anbieters und legst ein kostenloses Konto an, meist mit deiner E-Mail-Adresse oder einem bestehenden Google- oder Microsoft-Login. Danach landest du direkt bei einem leeren Chatfenster.
Um die Sprache musst du dich nicht kümmern. Schreibst du auf Deutsch, antwortet das Modell auf Deutsch. Eine Einstellung dafür brauchst du in der Regel nicht zu suchen.
Der wichtigste Trick von Anfang an: Sei konkret. „Schreib mir eine freundliche Absage für eine Einladung am Samstag, weil ich krank bin, kurz und höflich“ bringt ein deutlich besseres Ergebnis als ein knappes „Absage schreiben“. Du darfst außerdem nachhaken. Gefällt dir die Antwort nicht, schreib einfach „kürzer“, „lockerer“ oder „nenne drei Alternativen“, und das Modell bessert nach.
Am schnellsten verstehst du, wie sinnvoll sich KI-Sprachmodelle nutzen lassen, wenn du es an echten Aufgaben ausprobierst. Diese fünf klappen fast immer auf Anhieb:
Wenn du solche Schritte irgendwann fest verketten möchtest, findest du Anregungen in unserem Ratgeber zur Automatisierung im Alltag. Und wer statt Text lieber Bilder erzeugen will, schaut in den Beitrag zu kostenlosen KI-Bildgeneratoren.
Weil ein Sprachmodell plausible Wörter aneinanderreiht und nicht wirklich nachschlägt, kann es Dinge erfinden, die es überzeugend, aber falsch präsentiert. Fachleute nennen das Halluzinieren. Das Tückische daran: Der erfundene Teil klingt genauso selbstsicher wie der richtige. Viele Chatbots durchsuchen inzwischen zusätzlich das Web und hängen Links an ihre Antworten. Das senkt die Gefahr, hebt sie aber nicht auf, weil auch beim Zusammenfassen von Suchtreffern Fehler entstehen.
Besonders anfällig sind sehr konkrete Angaben. Dazu gehören Zahlen und Statistiken, Namen von Studien, wörtliche Zitate, Gerichtsurteile, Telefonnummern und Webadressen. Manchmal baut das Modell eine Quelle zusammen, die es so nie gab.
So schützt du dich, ohne misstrauisch alles infrage zu stellen:
Als feste Regel gilt: Alles, was Folgen hat, prüfst du nach. Für einen lockeren Text ist eine kleine Ungenauigkeit egal, bei einer Frist oder einer Dosierung nicht.
Deine Eingaben landen auf den Servern des Anbieters, und in den kostenlosen Versionen werden sie häufig verwendet, um die Modelle weiter zu trainieren. Behandle das Chatfenster deshalb nicht wie ein privates Notizbuch.
Diese Dinge gehören nicht hinein: vollständige Namen mit Adressen anderer Personen, Passwörter und Zugangsdaten, Bank- und Kreditkartennummern, Gesundheitsdaten sowie Geschäftsgeheimnisse deiner Firma. In den Einstellungen der meisten Anbieter kannst du das Training mit deinen Daten abschalten oder deinen Verlauf löschen, das ist ein sinnvoller erster Handgriff.
Fundierte, herstellerunabhängige Hinweise dazu geben die Verbraucherzentrale und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Wie du deine Zugänge grundsätzlich schützt, steht außerdem in unserem Beitrag dazu, wie du deine E-Mails sicher nutzt.
Für den gelegentlichen Gebrauch reicht die kostenlose Version fast immer aus. Erst wenn du regelmäßig an Grenzen stößt, wird ein Abo interessant.
Die kostenpflichtigen Stufen kosten meist um die 20 bis 23 Euro im Monat und bieten Zugriff auf die neuesten und meist klügeren Modelle, höhere Nutzungsgrenzen, schnellere Antworten und Zusatzfunktionen wie das Hochladen von Dateien oder das Erzeugen von Bildern. Das lohnt sich, wenn du das Werkzeug fast täglich für Arbeit oder Weiterbildung einsetzt oder oft mit längeren Dokumenten arbeitest.
Für ein paar Fragen pro Woche brauchst du das nicht. Mein Rat: Nutze die Gratisversion zwei, drei Wochen ernsthaft, und wenn du dann spürst, dass dich die Grenzen wirklich bremsen, schließt du ein Abo ab. So bezahlst du nur für einen Nutzen, den du im Alltag auch tatsächlich merkst.